Mit einer stimmungsvollen Vernissage eröffnete Haus Wenge jetzt die Ausstellung mit Bildern zu den Büchern von Max von der Grün. Mit dabei waren auch einige Vorstadtkrokodile der Originalverfilmung von 1977.

Seit gut einem Jahr laufen die Vorbereitungen eines zentralen Dortmunder Teams zum 100. Geburtstags von Max von der Grün, dem Dortmunder Autor, nach dem auch der Platz an der Stadt- und Landesbibliothek benannt ist.
Hanneliese Palm (bis 2018 Leiterin des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt), die zusammen mit Volker Zaib für die Fritz-Hüser Gesellschaft das Projekt „100 Jahre Max von der Grün“ übernommen hat, würdigte bei Ihrer Eröffnungsrede dabei auch die Rolle von Haus Wenge. Schließlich hatte Max von der Grün über 26 Jahre in Lanstrop gelebt.

Max von der Grün war stets am Puls der Zeit und seine Bücher – von denen viele auch verfilmt wurden – sind heute noch topaktuell. So befasst sich sein bekanntes Jugendbuch „Die Vorstadtkrokodile“ mit Zivilcourage, aber eben auch mit dem Thema Inklusion. In „Flächenbrand“ wird die zunehmende Radikalisierung rechter Gruppierungen aufgegriffen.
Wie aber kann man Literatur in eine interessante Ausstellung verpacken, ohne nur ein paar Schaukästen zu füllen? Verstärkt um die Wenge-Mitglieder Jenny von der Grün und Matthias Hüppe entstand so im Team die Idee, dass man das literarische Werk von Max von der Grün nach Orten in Dortmund und Umgebung durchsucht, diese Orte fotografisch erfasst, auf großformatige Bilder zieht und mit den entsprechenden Textstellen und Quellenangaben einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Als kongeniale Partner für die Idee konnten der bekannte Dortmunder Fotojournalist Walter Keller („Dortmunder Augenblicke“), für die Aufnahmen, und Claus Gerdel von LigarMedia, für die Produktion, gewonnen werden. Finanziell unterstützt wurde man durch das Stadtbezirksmarketing Scharnhorst. Ergänzt wird die Ausstellung durch den Sonderbereich „Unsere Fabrik“. Oren Schmuckler als Fotograf und Max von der Grün als Texter arbeiteten Ende der 1970er Jahre gemeinsam an diesem Buch. In Wenge werden jetzt Originalbilder und handschriftliche Texte von Max von der Grün präsentiert.

Als besondere Gäste der Vernissage konnte der Haus Wenge Verein mit Heiner Beeker – alias „Frank Steffenhagen – und Thomas Bohnen – alias „Hannes Burgsmüller – zwei Vorstadtkrokodile begrüßen, die als Kinder bei der Originalverfilmung von 1977 dabei waren.
In einer gemeinsamen Interviewrunde mit dem Wengevorsitzenden Günter Hagenhoff, Jenny von der Grün und den Vorstadtkrokodilen amüsierten sich die Gäste über so mache Anekdoten. Man erfuhr, dass es Max von der Grün extrem wichtig war, in Lanstrop einkaufen zu gehen. Einfach auch um die Menschen im Ort zu treffen, und sich mit ihnen zu unterhalten.

Beeker und Bohnen erzählten davon, warum die Filmaufnahmen unbedingt in ihrer Heimat Bracht am Niederrhein stattfinden mussten, da nur dort eine passende Ziegelei stand, die man am Ende auch sprengen durfte.
Aber auch über die Zusammenarbeit mit den bekannten TV-Stars wie Martin und Willy Semmelrogge, Rosel Zech, Eberhard Feik oder Marie-Luise Marjan wurde amüsant geplaudert . Ungläubiges Staunen gab es, als sie darüber berichteten, dass sie erst bei der Filmpremiere erfahren haben, dass die zentrale Figur Kurt, der Junge im Rollstuhl, nicht wirklich Bernd sondern Birgit hieß.

Beendet wurde der offizielle Teil mit einer kleinen Lesung des Dortmunder Autors Thorsten Trelenberg, der musikalisch von Michael Bereckis begleitet wurde.


Gestärkt mit Kaffee und Kuchen gab es danach einen regen Austausch, wobei der Infostand der Vorstadtkrokodile, mit vielen Bildern und Requisiten, schnell ein zentraler Punkt wurde.


Auch die Gelegenheit zu einem Foto mit den Helden der eigenen Kindheit wurde gerne wahrgenommen.

Heiner Beeker sprach dann auch noch eine Einladung für das nächste Jahr aus. Die Verfilmung der Vorstadtkrokodile feiert dann den 50. Geburtstag.

Die Ausstellung in Haus Wenge kann man noch bis Mitte August besuchen. Danach soll sie nach Möglichkeit noch weiter durch Dortmund wandern. Interessenten können sich dafür unter [email protected] melden. In Wenge selbst finden am 09.06. – Jutta Richter und Levent Aktorprak – und am 14. Juli – Thorsten Trelenberg und Michael Bereckis – noch zwei literarische Abende zu Max von der Grün statt. Alle Infos zum Jubiläumsjahr unter www.100jahremaxvondergruen.de.

Bilder: Keller, Reischl, Hüppe















