„Es war einmal …“ so beginnen viele Märchen. Wer denkt nicht mit einem leisen Schauder daran zurück? Da wurden Menschen verflucht, hingerichtet, mit Pech übergossen oder sind verhungert. Und sogar das tapfere Schneiderlein hatte es faustdick hinter den Ohren. Es hetzte die Riesen aufeinander, bis sie sich gegenseitig erschlugen – eindeutig Anstiftung zum Mord. Christiane Bogenstahl und Reinhard Junge lieferten an diesem Abend in Wenge dafür die klaren Beweise.

Matthias Hüppe, in Wenge zuständig für die Literatur, erinnerte bei seiner Begrüßung an seine Leidenschaft für die Romane von Reinhard Junge, die in den 80er Jahren mit dem Buch „Bonner Roulette“ begann. Die Bücher waren stets spannend, sie waren witzig und sie spielten – und das war neu – in Dortmund. Es war damals der Beginn der sogenannten „Regionalkrimis“. Reinhard Junge (geboren 1946 in Dortmund) war Lehrer in Wattenscheid. Ab 1985 veröffentlichte er zwölf Krimis, zum Teil in Co-Autorenschaft im Dortmunder Grafit-Verlage (so auch die bekannte Pegasus-Reihe mit der Trilogie „Das Ekel von Datteln“).

Christiane Bogenstahl wurde in Wattenscheid geboren. Gemeinsam mit Reinhard Junge schrieb sie „Datengrab“ und „Seelenamt“. Einige ihrer Kurzgeschichten sind in Anthologien erschienen, z.B. in „Killer, Kerzen, Currywurst“, „Zechen, Zoff und Zuckerwerk“ oder „Mordsmärchen“.

So wurden in Wenge die alten Geschichten neu interpretiert und ins Ruhrgebiet versetzt. Die Geschichten basieren auf der Idee der alten Märchen, bekommen aber eine neue Wendung: So schickte Christiane Bogenstahl König Drosselbart in die Disco-Szene, und Reinhard Junge holte die Bremer Stadtmusikanten nach Bochum, wo sie einer Wohnungsgesellschaft namens Bochovia mächtig auf die Nerven gehen. Erschienen sind die beiden Geschichten in „Mordsmärchen“, einer Anthologie aus dem Ruhr-Krimi-Verlag

Zwischendurch durften die Wenge-Gäste ihre Märchenkenntnisse beim kriminellen Märchenquiz erproben.

Dabei wurden nur die Straftaten und die entsprechenden Paragrafen aus dem Strafgesetzbuch vorgelesen.

Als Gewinne gab es passenderweise kleine Prinzenrollen, „vergiftete“ rote Äpfel oder Zauberstäbe zu gewinnen.


Und wenn sie nicht gestorben sind, dann morden sie noch heute. Zumindest in „Mordsmärchen“ – natürlich signiert von Christiane Bogenstahl und Reinhard Junge.
















