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„Schöner von Haus Wenge“ stellt sich vor

HAUS WENGE Lanstrop e.V.

Im Jahre 2023 verrichtet der Baumwart und praktische Fachanwender im Bereich „Obstgehölzpflege und Sortenerhalt“ Michael Weßelmann aus Kurl, auf den Streuobstwiesen am Lanstrop See, praktische Feldarbeit. Vier, nicht veredelte, wurzelechte Sämlingsstämme von Äpfeln fallen ihm dabei auf. Als Fachmann ist ihm sofort klar: Dieser seltene Fund sollte eine Sortensicherung, Archivierung und eine genaue professionelle Prüfung erfahren.

Für Michael Weßelmann besitzt der Fund eine besondere Bedeutung, weil die 4 Stämme keinerlei Veredlungsstellen zeigen. Damit ist davon auszugehen, dass es sich um Sämlinge handelt und nicht um eine gepflanzte, sortenechte Veredelung. Aufgrund seiner Fruchtqualität wählt er Stamm Nr. 3 als Favoriten aus. Jetzt wird noch ein „AN“ benötigt. Das Kürzel steht für „Arbeitsname“, der vergeben wird, solange eine Frucht noch keiner bereits bekannten Sorte sicher zugeordnet werden kann. Erst nach längerer Prüfung wird dann entschieden, ob daraus eine dauerhaft geführte Sortenbezeichnung wird.

Auch hier hat Michael Weßelmann, als Mitglied des Haus Wenge Vereins, sofort eine Idee. Der AN soll „Schöner von Haus Wenge“ heißen. Einfach darum, weil auch Haus Wenge zu diesem Zeitpunkt aus der Taufe gehoben wird und richtig durchstartet.

Die Erstbeurteilung durch die Pomologin Carina Pfeffer ergänzt später die Dokumentation von Michael Weßelmann und liefert eine unabhängige fachliche Bestätigung der Besonderheit dieses Sämlingsfundes. Für eine endgültige pomologische Bewertung sind nun weitere Beobachtungsjahre erforderlich.

Besonders auffällig ist die ansprechende Fruchtgröße sowie die leicht hochgebaute bis kegelförmige Fruchtform. Die Grundfarbe ist gelbgrün, bei guter Besonnung entwickelt sich eine ausgeprägte rote bis dunkelrote Deckfarbe. Diese Merkmalskombination verleiht der Frucht ein markantes und attraktives Erscheinungsbild.

Im Jahr 2025 wurden dem Stammbaum am Lanstroper See Edelreiser entnommen und, zusammen mit dem Gartencenter Giesbrecht aus Lünen, auf eine mittelstark wachsende Unterlage veredelt. Der Jungbaum befindet sich jetzt im zweiten Standjahr und zeigt einen erfolgreichen Anwuchs, wovon sich die Besucher am Infostand von Michael Weßelmann an Haus Wenge überzeugen konnten.

Mit der erfolgreichen Veredelung ist jetzt die Grundlage für weitere Vermehrung, Beobachtung an einem zweiten Standort und langfristige Bestandssicherung, geschaffen.

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