Nach der Vernissage zur Bilderausstellung mit Orten, die in den Büchern von Max von der Grün eine Rolle spielen und der Lesung mit Jutta Richter und Levent Aktoprak, bildete die Lesung „Der blühende Baum in meiner Stadt“, mit dem Dortmunder Autor Thorsten Trelenberg, den offiziellen Abschluss des Programms zum 100. Geburtstag des Autors in Haus Wenge, in Zusammenarbeit mit dem Fritz-Hüser-Institut.

Matthias Hüppe, in Haus Wenge zuständig für die Literaturveranstaltungen, begrüßte aus diesem Grund, mit Jenny von der Grün, Hanneliese Palm und Volker Zaib, besonders die drei Personen, die maßgeblich an der Vorbereitung der Veranstaltungsreihe in Wenge beteiligt waren.

Die Begrüßung der beiden Musiker Michael Bereckis und Alexander Fronk, die die Lesung begleiteten, war dann schon schwieriger. Wie genau findet man eine Verbindung von Max von der Grün und einem Didgeridoo? Aber da die Töne des Instruments für die Vibrationen der mythischen australischen Regenbogenschlange stehen und diese auch ein Symbol für große Weisheit ist, passte es wunderbar.

Die Sounds von Michael Bereckis und Alexander Fronk finden Sie hier: 100 Jahre Max von der Grün im Haus Wenge – Michael Bereckis

Thorsten Trelenberg würdigte zu Beginn das Lebenswerk von Max von der Grün. Er zählte dabei die vielen Auszeichnungen, Romane, Kurzgeschichten, aber auch die Verfilmungen auf.

„Max von der Grün war einer der wichtigsten Autoren der Nachkriegszeit und setzte sich ein Leben lang für eine tolerante und solidarische Gesellschaft ein. Dieses Engagement und sein Werk machten ihn zu einem der meistgelesenen und meistverfilmten Autoren der deutschen Literatur. Er ging nie zur Uni. Seine Hochschule waren die Jahre in amerikanischer Kriegsgefangenschaft, in denen er die großen Romane der zeitgenössischen Literatur verschlang.“

Thorsten Trelenberg, der wie kaum ein Zweiter den Texten von der Grüns Leben einhauchen kann, begann mit Ausschnitten aus dem Roman „Springflut“. Realistisches Erzählen, gepaart mit Ironie und groteskem Humor, davon lebt der 1990 veröffentlichte Roman. Eine tote Frau und eine Schule, in der Aussiedler aus Polen untergebracht werden sollen, sorgen für große Aufregung. Auch die Rolle der Medien werden dabei kritisch beleuchtet.

Viele von Max von der Grüns Bücher, wie z.B. auch „Flächenbrand“ oder „Wie war das eigentlich?“, wirken in Zeiten, in denen rechte Kräfte im Aufwind sind, erschreckend weitsichtig und aktuell. Dazu gehört auch der Satz :“ Die Praxis aber sieht so aus, dass nur der das sagen hat, der entweder die Macht oder das Geld hat“, aus dem Roman „Springflut“

Am Ende des Abends führte Thorsten Trelenberg, musikalisch begleitet von Michael Bereckis, ein fiktives Kurz-Interview mit von der Grün, über Lieblingsorte und Weltanschauungen.

Und so endete der Abend mit dem berühmten Lebensmotto des Autors „Nichts als gegeben hinnehmen“.

Hinweis: Die Ausstellung in Haus Wenge kann man noch bis Mitte August besuchen.
Bilder: Matthias Hüppe















